Todo se acaba
Jan 06Die Zeit verrinnt unaufhaltsam, auch in der Dominikanischen Republik, wo sie doch unter der karibischen Sonne stillzustehen scheint. In einem Land, indem die Devise lautet: toma lo suave, auf deutsch nimm es gelassen! Soviel ist geschehen in den letzten Tagen, dass der Blog kurzzeitig zurücktreten musste.
Am 21 Dezember endete offiziell das Faradies Programm und die verbliebenen 3 Wochen standen uns nach Belieben zur Verfügung. Nicolas Eltern kamen für eine knappe Woche über Weihnachten nach las Terrenas. Allein und von aller Welt vergessen schlug ich mich in der Hauptstadt durch. Eine liebevolle Familie nahm sich meiner während der Festtage an, und Nicolas und ich, zum ersten Mal nach über zwei Monaten voneinander getrennt, verbrachten so jeder für sich schöne karibische Weihnachten. Am 25 Dezember reiste ich zurück zum Cayo um das größte Ereignis des Jahres zu feiern: Nicolas sollte am nächsten Morgen 23 Jahre alt werden. In jener Nacht klopfte es hart am Eingang unserer Villa. Schlaftrunken schaute ich auf die Uhr: 3 Uhr morgens. Verdammt! Quien sea ese malidito perro? Ich reiße die Tür auf und erblicke… meinen Bruder Manuel! Welch Überraschung! Nichts ahnend hat Fa ihn in die Karibik eingeladen! Am nächsten Morgen feierten wir Nicos Geburtstag und gingen gemeinsam nach playa Rincón reiten, ein Strand, der sich rühmt der schönste der Insel zu sein.
Zusammen stellten wir ein Reiseprogramm für die nächsten 10 Tage auf, in der Bemühung noch möglichst viel zu erleben. Es ist uns gelungen!
Bei einem stürmischen Tag besuchten wir los Cacaos, ein kleines Fischerdorf in der Bucht von Samaná. Hier hatten wir auch, entgegen aller Erwartungen, unseren besten Surf-Tag.
Ich hatte von einem wilden, ungestümen Strand auf der Atlantikseite gehört, playa el Valle. Bei dem Versuch zu diesem abgelegenen Stückchen Paradies zu gelangen wurden wir von einem Bus mitgenommen und bekamen prompt eine Einladung die Zipline von Samaná kostenlos herunter zu sausen: der Besitzer kannte uns schon… Tja, nach drei Monaten auf der Halbinsel sind wir mittlerweile berühmt-berüchtigt!
Das Neujahr verbrachten wir auf unserer kleinen Insel in bester Gesellschaft. Wir feierten ausgelassen mit all unseren Freunden und tanzten perreo zum reggeaton… Fotos gibt es davon aber nicht ![]()
Als der obligatorische Kater am dritten Tag etwas nachgelassen hatte, zog es uns nach Santo Domingo. Wir besuchten noch einmal die Altstadt und übernachten in einem Kolonialbau des 16. Jahrhunderts. Erfreulicherweise gelang es uns drei, unsere Rucksäcke im Kofferraum eines Taxis zu vergessen. Durch seine Visitenkarte, die er uns noch zusteckte, konnten wir den Fahrer aber eine Stunde später erreichen und erhielten alles zurück!
Da playa Frontón uns so gefallen hatte (hier hatten wir das Robinson Crusoe Wochenende), planten wir dort zurück zu kehren, aber dieses Mal zu Fuß durch den Urwald. Im Internet stand, ein Führer wäre für diese Route sehr zu empfehlen und von verschiedenen Seiten hatte ich schon erfahren, hier würden Leute ausgeraubt werden. Kurz: die Sache war spannend! Unverwundet gelangen wir nach über einer Stunde am Strand an, menschenleer. Das Meer war an diesem Tag so stürmisch, dass an der messerscharfen Küste über vier Meter hohe Wellen zerbrachen. Als wir um 18 Uhr 30 das Taxi wieder erreichten, war die Nacht schon eingebrochen und verhüllte in dichtem Schatten die wilde Landschaft hinter uns. Dem Fahrer war sichtlich unwohl hier alleine warten zu müssen!
Alles geht zu Ende und unsere Tage auf dieser Insel sind gezählt. Übermorgen reisen wir nach Cabarete ab und surfen ein letztes Mal im 28 Grad warmen Wasser. Am nächsten Tag schon wartet eines von diesen Flugzeugen auf uns, und, ehrlich gesagt, ich weiß nicht ob die Maschine beim Abflug voll sein wird…
Rafting en el Río Yaque del Norte
Dec 23Der letzte Tag unseres Abenteueraufenthaltes in Jarabacoa sollte noch für ausreichend Adrenalin sorgen. Um zehn Uhr erreichten wir die Ranch Jarabacoa, an der Spitze des Konvois, Monchy, unser adventure Guide. Neopren-Ganzkörperkondom übergezogen, Helm auf und Paddeln in die Hand: auf zum Rafting! Das Wildwasserfahren sollte auf dem Río Yaque del Norte geschehen. Nach einer kurzen Einführung in Wiederbelebungsmaßnahmen schoben wir fröhlich die Schlauchboote ins kalte Wasser. Nach einigen Hundert Metern wurde das Wasser zunehmend ungebremster und zu unserer Entzückung offenbarte sich vor unseren staunenden Augen ein drei Meter hoher Wasserfall. Wir überlebten es. Natürlich fiel ich zwei Mal vom Boot in den reißenden Fluss. Wohlwollend verhalf ich auch Nicolas mithilfe meiner Paddel zu einem kleinen Bad in das tobende Gewässer. Am Ende der Tour waren wir noch vollständig, was wohl als Erfolg zu werten ist.
Und hiermit endet unsere zweiwöchige Tour durch das Land. Unser persönliches Highlight war zweifelsohne der Pico Duarte. Yes, we made it!
Ich kann nur hoffen, dass etwas Adrenalin und karibische Sonne Eingang in die kalten verschlafenen Stuben des fernen Deutschlands gefunden haben.
Saltos de Jarabacoa
Dec 23Am nächsten Morgen schleiften wir unsere vom Muskelkater versteiften Podexe (menschliches Körperteil, auf dem gesessen wird) zu den Wasserfällen von Jarabacoa. Während Nicolas seiner lädierten Kniescheibe bei einer perkutanen Applikation noch Heparin Salbe einträufelte, sprang ich in das eiskalte Wasser am Fuße der cascada. In dieser schönen Kulisse trafen wir noch auf zwei andere Naturgewalten, Rosie und Alina. Prompt luden sie uns zu einer Geburtstagsfeier in Santo Domingo ein. Gracias!









































